Ein Jahr in Frankreich

Sie spielte, bastelte und kochte mit Kindern eines Freizeitzentrums in Frankreich. Ein Jahr lang engagierte sich die Bremer Studentin Veronika Knebusch in einem Freizeitzentrum in den Voralpen – und entwickelte viele neue Fähigkeiten.

Neue Erfahrungen gesammelt: Die Bremer Studentin Veronika Knebusch hat sich ein Jahr lang in einem Freizeitzentrum in Frankreich engagiert.
Neue Erfahrungen gesammelt: Die Bremer Studentin Veronika Knebusch hat sich ein Jahr lang in einem Freizeitzentrum in Frankreich engagiert.

„Als das Flugzeug abhob, konnte ich es kaum fassen, dass es endlich losging! Ich hatte mich für einen europäischen Freiwilligendienst in Frankreich entschieden. Der Flieger landete in Marseille, und von dort ging es mit meinem neuen Chef, meiner Kollegin und meiner zukünftigen Mitbewohnerin Kirstin, eine Freiwillige aus Stuttgart, nach Digne-les-Bains. Digne? Was ist Digne? Das wurden wir sehr oft in dem Jahr gefragt. Digne ist eine kleine Stadt in den Alpen der Provence, in dem ich ein Jahr lang leben durfte. Ich habe dort mit Kirstin zusammen in einer schönen Altbauwohnung in der Altstadt gelebt und in einem Freizeitzentrum für Kinder gearbeitet.

Kreatives Freizeitprogramm für Kinder

In Frankreich müssen Kinder unter zwölf Jahre mittwochs nicht zur Schule gehen. Die Eltern haben also die Möglichkeit, ihre Kinder am Mittwoch und in den Ferien ins „Centre“ zu bringen. Ungefähr100 bis 150 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren kamen dorthin, um bespaßt zu werden, was auch meine Aufgabe war. Vom Basteln und Werkeln übers Kochen und Spielen bis hin zu Sportaktivitäten und Ausflügen war alles möglich. In Gruppen mit 20 Kindern, die nach dem Alter gebildet wurden, und 4 Betreuern konnte jeder die Aktivitäten einbringen, auf die er Lust hatte, und die Kinder hatten immer die Möglichkeit, sich die Aktivität auszusuchen, die ihnen gefallen hat.

Zusätzlich wurden in den Ferien Freizeiten angeboten, auf die ich als Betreuerin mitfahren durfte. Ich hatte die Möglichkeit, innerhalb des Jahres in allen Altersgruppen zu arbeiten. Wenn mal gerade nicht Mittwoch war, haben Kirstin und ich die Spielebibliothek eingerichtet. Diese wurde geschaffen, damit die Kinder sich eines der unzähligen Spiele ausleihen konnten. Wir haben uns dann zur Aufgabe gemacht, den Raum mit einer riesengroßen Fantasiewelt auf der einen Wand zu gestalten. Ich bin immer noch so stolz auf uns, weil wir beide zunächst nicht so überzeugt von unseren künstlerischen Fähigkeiten waren. Man lernt in dem Jahr eben auch, seine versteckten Fähigkeiten zu finden.

Am Anfang war es etwas schwierig für uns, Jugendliche außerhalb des „Centres“ zu finden, weshalb wir beide angefangen haben, ganz viele Sportarten auszuprobieren. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Judo, Jiu-Jitsu, Yoga, Salsa und Hip-Hop gemacht. Man hat in dem Jahr einfach die Möglichkeit, verrückte Sachen auszuprobieren, die man sich vielleicht vorher und auch danach nie wieder zutrauen würde.

In dem Jahr hatten wir einmal am Anfang und einmal in der Mitte ein Seminar, bei denen man viele Freiwillige aus ganz Europa kennen gelernt hat, die auch in Frankreich in der Zeit einen Freiwilligendienst gemacht haben. Diese haben wir dann immer fleißig an den Wochenenden besucht. Wir haben zwei längere Reisen gemacht. Einmal mit dem Zelt die Côte d’Azur entlang und einmal nach Paris, Nantes und in die Bretagne. Dadurch haben wir viel von Frankreich gesehen, etwas über Franzosen gelernt, aber eben auch viel von den anderen Freiwilligen und deren Kultur. Vor kurzem bin ich für gute zwei Wochen mit Kirstin nach Digne zurückgekehrt um dort zu arbeiten und alle zu besuchen, und es war wie nach Hause zu kommen.

Sprachkenntnisse und persönliche Fähigkeiten erweitert

Ich habe in diesem Jahr so viele tolle und interessante Menschen getroffen, verrückte Geschichten gehört und erlebt und unglaublich schöne Platze gesehen. Ich habe das Gefühl, viel spontaner und reiselustiger zu sein als vorher. Außerdem wird man selbstbewusster, und natürlich lernt man die Sprache. Auch mein Englisch ist viel besser geworden, da das häufig die Sprache zwischen den Freiwilligen ist, besonders am Anfang. Das gesamte Jahr inklusive 90 % der Fahrtkosten werden von der EU getragen, so dass man eigentlich nur seinen Koffer, seine Motivation und seinen Mut braucht, um in so ein Jahr zu starten. Es gibt unglaublich viele verschiedene Projekte, von Kindern über Jugendlichen zu älteren Personen. Es gibt Projekte, in denen man sich handwerklich betätigen kann, aber auch genauso Projekte, bei denen man viel organisieren muss. Es ist für jeden was dabei, man muss sich nur ein Land und ein Projekt aussuchen und los geht’s! Ich kann es jedem empfehlen und würde am liebsten noch einmal aufbrechen!

Falls ihr noch mehr über mein Jahr oder über andere Erlebnisse lesen möchtet: http://www.youthreporter.eu/benutzer/Vero93/

 

Über VoluNation

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.

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